
Flughafen Berlin Eröffnung verschoben
Flughafen Berlin: Eröffnung verschoben
Der neue Flughafen Berlin Brandenburg (BER) wird nicht wie vorgesehen am 3. Juni eröffnet, sondern mehrere Wochen später.
In dreieinhalb Wochen hätte der neue Flughafen Berlin Brandenburg (BER) in Berlin-Schönefeld eröffnet werden sollen. Die Umzugsarbeiten von den bisherigen Airports Tegel und Schönefeld nach BER, vor allem in der Verwaltung, laufen teilweise bereits. Doch aus der geplanten Eröffnung am 3. Juni wird nichts! Die Verzögerung kann mehrere Monate betragen, wie heute Mittag an einer Pressekonferenz bekannt gegeben wurde.
Das Problem ist der Brandschutz. Technik-Geschäftsführer Manfred Körtgen, der noch vor zwei Wochen sagte, die Genehmigungen für den Brandschutz seien auf dem Weg, muss nun einräumen, dass wichtige Anlagen im Fluggastterminal zwar installiert seien, aber nicht vernetzt funktionieren. Deshalb ist eine Abnahme durch den Technischen Überwachungsverein (TÜV) bis zum 3. Juni nicht möglich.
Termin nach Sommerpause angestrebt
Zur Verzögerung sagt Dietmar Woidke, Innenminister von Brandenburg: «Es ist unklar, wann der Flughafen eröffnet wird, ob im August, ob im September. Die Sicherheit geht vor.» Flughafenchef Rainer Schwarz teilt mit, dass ein Termin nach der Sommerpause angestrebt werde. Es ist damit zu rechnen, dass die Flüge von und nach Berlin auch nach dem 3. Juni weiterhin über die beiden bisherigen Flughäfen Tegel und Schönefeld abgewickelt werden. Nicht ganz einfach wird es wohl für einige Airlines, ihre neu geplanten Flüge ab BER auf den bisherigen Flughäfen durchzubringen.
Airlines müssen umplanen
Lufthansa will laut «Berliner Morgenpost» den zum Sommer deutlich ausgebauten Flugplan ab Berlin auch ohne den neuen Flughafen erfüllen. «Die geplanten zusätzlichen Flüge sollen in jedem Falle starten», wird ein Lufthansa-Sprecher zitiert. Aktuell sei man in Gesprächen, um sich die zusätzlichen Start- und Landerechte in Tegel zu sichern. Lufthansa-Chef Christoph Franz erklärte, dass es zunächst darum gehe, die Ansprüche der vielen tausend Kunden zu erfüllen, die bereits nach dem neuen Flugplan gebucht hätten. «Wir sind nicht Verursacher der Probleme, sondern Leidtragender», wird er in der «Berliner Morgenpost» zitiert.
Mit grosser Enttäuschung hat Air Berlin auf die Verschiebung der Flughafeneröffnung reagiert. Das neue Drehkreuz sei so konzipiert, dass die Flugzeuge von Air Berlin täglich in sechs Wellen sternförmig nach Berlin fliegen. Dieses System sei exakt auf die Bedingungen am BER zugeschnitten und in Tegel nicht ohne Weiteres durchführbar.
Germanwings hat mitgeteilt, dass der aktuelle Flugplan beibehalten wird. Die Günstig-Airline wird bis zur Eröffnung von BER wie bisher ab Berlin-Schönefeld fliegen.
Politiker verärgert – Visit Berlin gelassen
Die Verschiebung der BER-Eröffnung ist sowohl für Berlin als auch für das Land Brandenburg keine gute Nachricht. Verschiedene Politiker, darunter Berlins Regierender Oberbürgermeister Klaus Wowereit, zeigten sich verärgert über die Verschiebung. Burkhard Kieker, Geschäftsführer von Visit Berlin, gibt sich trotzdem gelassen: «Dies ist eine verantwortungsvolle Entscheidung. Für den Tourismus- und Kongressstandort Berlin ist ein Start des BER auf sicherer und komfortabler Grundlage besser als ein möglicherweise holpriger Beginn, der die An- und Abreise unsere Gäste beeinträchtigt. Was wir jetzt erwarten, ist ein ruhiges Vorgehen sowie einen Eröffnungstermin, bei dem sich die ganze Qualität des neuen Flughafens zeigt.» Berlin sei mit den bestehenden Flughäfen Schönefeld und Tegel gut erreichbar, alle Reisen nach Berlin können wie geplant stattfinden, so Visit Berlin.
Es ist übrigens nicht die erste Verschiebung der BER-Eröffnung. Schon im Juni 2010 mussten die Verantwortlichen die ursprünglichen Pläne für eine Eröffnung im November 2011 über Bord werfen.


