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Soeben zurück aus Finnisch-Lappland

Januar 2013 mit Evelyn Bortis

Ausgangslage
Da ich im Reisebüro arbeite, gehört die Planung der Ferien in meinen Zuständigkeitsbereich. Meine nächste Wunschdestination: Finnland, genauer gesagt: Lappland, ganz genau: Äkäslompolo.

Die grosse Herausforderung war nun, wie bringe ich meinen Partner dazu, Ferien im eisigkalten, dunklen Norden zu verbringen, da wo der Tag erst um 9 Uhr anfängt und bereits um drei Uhr wieder zu Ende ist, wo die Temperaturen im Januar zwischen -6 und -45 Grad C schwanken, in einem einsamen Blockhaus zu wohnen, ein Schlittenhundetrekking mitzumachen, auf die Langlaufskis zu stehen, mit Schneeschuhen zu wandern, er, der ein absoluter Sonnenanbeter ist, er, der absolut nichts mit Hunden am Hut hat, er, der sich für Ski alpin, aber sicher nicht für Langlauf begeistern kann, er, der ein geselliger Mensch ist und Menschen um sich braucht, in einem Land, wo die Bevölkerungsdichte 2,0 Einwohner pro Quadratkilometer ist?!

Nun, ich lasse die Bilder sprechen:

 

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Weg
Mit dem Direktflug der Edelweiss Air fliegt man in 3 ½ Stunden bequem von Zürich nach Kittilä (vom Dezember bis März), ausserhalb dieser Zeit steigt man in Helsinki um.

Unterkunft
Unser heimeliges Blockhaus mitten im Wald, komplett eingerichtet mit Geschirrspüler, Mikrowelle, Fernseher, Waschmaschine, offenem Kamin und natürlich fehlt die hauseigene Sauna nicht! Im Arrangement inbegriffen diese komplette Freizeitausrüstung, muss allerdings im Dorf geholt und wieder retourgebracht werden (Fussmarsch ins Dorf ca. 25 Minuten, wenn man den Weg kennt!). Irgendwie sehen alle Bäume, Blockhäuser und Wege gleich aus!

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Aktivitäten
Ein Muss und Highlight ist natürlich eine Hundeschlittentour. Luca, unser Privatguide vom Äkäskero Nature Resort, erwartet uns im Center und rüstet uns mit Thermojacken, Überhandschuhen und Thermoschuhen aus, alles mindestens drei Nummern grösser wie die normale Konfektionsgrösse. Ein Tipp: unbedingt vor dem Anziehen und vor der Abfahrt noch die geheizte Toilette aufsuchen! Bis wir die Hunde (4 pro Person und Schlitten) angespannt haben, dauert es schon ein bisschen und ich komme trotz Minustemperaturen (ca. -16 Grad C) arg ins Schwitzen. Wir werden beim Einspannen aber tatkräftig unterstützt von Luca und durch die Gutmütigkeit der Hunde. Luca erklärt uns den Startvorgang. Adrenalin liegt in der Luft, die Hunde jaulen und reissen ungestüm an der Zugsleine. Luca fährt mit seinem 7- Hundegespann locker los, dann folge ich: Schneeanker lösen und einfädeln, Bremskralle los und von der Bremsmatte auf die Holzkufen wechseln, tönt ganz einfach, ist aber nicht so einfach, da die Hunde bereits nach dem Heben der Bremskralle losstürmen und ich schauen muss, dass ich auf dem Schlitten stehen bleibe. Ich habe keine Zeit, um zu sehen, wie mein Partner den Start meistert. Die Bäume am Wegrand stehen gefährlich nahe und wenn ein Hund nur falsch einfädelt, dann hätte meine Fahrt ein frühes Ende. Aber meine Sorgen sind umsonst, die Hunde bleiben auf dem Trail und folgen unserem Guide, mein Partner meistert den Start mit Bravour und ich beginne mich ein wenig zu entspannen. Wir haben eine Fahrt von ca. 10 km/h, es beginnt hell zu werden und die Hunde sind ruhig, wenn sie laufen. Ich geniesse die Stille, die Landschaft und habe gleichzeitig immer ein bisschen zu tun mit bremsen und kontrolliere, ob sich die Hunde nicht verheddern oder sich gegenseitig behindern. Alles geht gut und nach einer Fütterungspause für die Hunde über Mittag kehren wir begeistert um ca. 15.00 Uhr und nach 40 km Fahrt ins Camp zurück. Wir helfen abspannen und die Hunde versorgen und geniessen anschliessend eine heisse Bohnensuppe im Kota (ursprüngliche Behausung der Samen) bevor wir wieder nach Äkäslompolo gefahren werden. Kurz gesagt: ein wunderschöner Tag und ein voller Erfolg!

Motorschlittenfahrt
Wieder erwartet uns unser Guide Luca am Morgen im Äkäskero Nature Resort und rüstet uns gleich mit Overall, Helm und Thermoschuhen aus. Die Skidoos (Motorschlitten) stehen bereit, Luca erklärt das Funktionieren und die Fahrregeln. Da ich als Mitfahrerin gebucht bin, nehme ich hinten Platz und los geht’s. Was für ein Lärm und was für ein Gestank, aber man gewöhnt sich daran. Wir machen in einer Forsthütte Pause, stärken uns bei einem kleinen Snack und kehren dann am späteren Nachmittag schon wieder bei Dunkelheit ins Camp zurück. Ein Muss für Töfffahrer!

Langlauf
Äkäslompolo ist d a s Langlaufmekka, auch für blutige Anfänger wie wir. Nach anfänglichen Stürzen schaffen wir es, auf den Brettern zu bleiben und einigermassen flott vorwärts zu kommen. Ich muss sagen, es hat schon einen gewissen Reiz, bei Dunkelheit und mit Beleuchtung auf den gut gewarteten Loipen unterwegs zu sein. Auch hier kommt man bei Minustemperaturen leicht ins Schwitzen!

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Fazit
Finnisch Lappland hat einen grossen Fan mehr und nächstes Jahr heisst es: Achtung, wir kommen wieder. Wir haben uns vorgenommen, Schneeschuhwandern, Eislochfischen und Rentierschlittenfahren auszuprobieren!

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