Polyglott travels: Sabrina in Kirgistan

Los geht’s! Mit Turkish Airlines flogen wir via Istanbul nach Bishkek, in die Hauptstadt Kirgistans. Dort warteten bereits unser junger Guide und unser lustiger Fahrer auf uns, die uns die nächsten Tage durch das Land begleiteten. Nach der sehr frühen Landung ging es praktisch direkt auf eine Stadtführung durch Bishkek. Wir bekamen einen ersten Eindruck von Kirgistan und dem Leben in der Hauptstadt, bevor wir uns natürlich auch kulinarisch herantasten mussten. Und da durfte eines nicht fehlen: Kymyz, fermentierte Stutenmilch. Sagen wir es so: Man muss es definitiv einmal probiert haben … aber gut ist anders. ;) Das Essen hingegen überraschte mich sehr positiv. Es gab viel frisches Brot, Suppen, Fleisch und Gemüse. Einfach, aber richtig fein.

Am nächsten Morgen erkundeten wir zuerst einen lokalen Markt und kauften die ersten Souvenirs, bevor es raus aus der Stadt und hinein in die Weite Kirgistans ging. Wir besuchten den Burana-Turm, einen Überrest der ehemaligen Stadt Balasagun an der alten Seidenstrasse. Rund um den Turm stehen sogenannte Balbals, jahrhundertealte menschenähnlichen Steinskulpturen von alten Turkvölkern. Danach ging es weiter zum Issyk-Kul-See. „See“ ist eigentlich untertrieben, der Issyk-Kul ist einer der grössten Gebirgsseen der Welt. Es wirkt eher wie ein Meer mit den Sandstränden und dem leicht salzigen Wasser. Bei den sommerlichen Temperaturen mussten wir natürlich direkt einen Schwumm nehmen!

Nächster Tag: Ab in die Berge!

Vor unserer Wanderung gab es zuerst eine Stärkung. Unser Mittagessen durften wir sogar selbst aus einem Brunnen fischen. Natürlich suchten wir uns den grössten Fisch aus und der war soo soo gut! Danach lagen rund fünf Stunden Trekking vor uns. Wir wanderten durch die wunderschöne Berglandschaft, vorbei an wilden Pferden und riesigen Schafherden. Wir hatten einen atemberaubenden Ausblick über die endlose Landschaft Kirgistans. Nach der Wanderung wartete die perfekte Belohnung: ein Thermalbad. Von den Einheimischen lernten wir, wie man zwischen dem eiskalten Fluss und dem über 40 Grad warmen Thermalwasser hin und her wechselt. Danach fühlt man sich wie neugeboren! Am Abend assen wir bei einer einheimischen Familie zuhause. Unsere Guides offerierten uns einen Vodka-Shot, gehört schliesslich zur Tradition.

Am nächsten Tag stand unsere erste Übernachtung in einer Jurte an. Das Jurtencamp lag beim Issyk-Kul und vor dem Schlafengehen gab es nochmals einen Schwumm im See, diesmal mit wunderschönem Sonnenuntergang. Am nächsten Morgen erkundeten wir die Skazka-Schlucht, auch Fairy-Tale-Canyon genannt. Die roten und orangefarbenen Felsformationen wirkten aus jedem Blickwinkel noch beeindruckender als aus dem vorherigen, sodass sich unsere Kameraspeicher immer weiter füllten. Danach folgte eines meiner Highlights: Wir lernten, wie die Einheimischen traditionell mit Adlern jagen. Das war unglaublich spannend und beeindruckend. Die riesigen Tiere aus nächster Nähe zu sehen, war schon speziell. Wir durften sie sogar streicheln und später auf einem Pferd sitzend selbst einen Adler auf dem Arm halten. Adrenalin pur!

Anschliessend besuchten wir einen Jurtenbauer und erfuhren, wie die traditionellen Unterkünfte hergestellt werden. Natürlich blieb es nicht nur beim Zuschauen: Gemeinsam bauten wir selbst eine komplette Jurte auf. Eigentlich würde man sich am liebsten direkt eine davon zuhause in den Garten stellen.

Und dann kam der Tag, auf den wir alle gewartet hatten: Es ging zum Song-Kul

Der Bergsee liegt auf über 3'000 Metern Höhe, umgeben von endlosen Wiesen und Bergen. Im Sommer leben hier Nomadenfamilien mit ihren Pferden, Schafen und anderen Tieren. Schon die Anreise war ein Abenteuer. Unser Bus konnte definitiv mehr als normale Strassen. Zum Glück hatte unser Fahrer früher Offroad-Touren mit Jeeps gemacht und wusste genau, was er tat. Unterwegs kamen wir an einheimischen Familien vorbei, die Musik machten und uns spontan zum Tanzen einluden. Genau diese ungeplanten Begegnungen bleiben am Ende am meisten in Erinnerung.

Den letzten Teil bis zu unserem Camp legten wir auf Pferden zurück. Aufsteigen und los! Und das war genau das Bild, das ich vor der Reise von Kirgistan im Kopf hatte: auf einem Pferd am Song-Kul entlangreiten, umgeben von Bergen und endloser Weite. Unser Camp war wunderschön. Die weissen Jurten mitten in dieser Landschaft, WOW! Und überraschenderweise waren sie auch richtig gemütlich. In der Nacht wurde es auf über 3'000 Metern ziemlich kalt. Zum Aufwärmen konnten wir eine Banja, also eine Art russische Sauna, benutzen. Zumindest theoretisch. ;) Irgendetwas funktionierte nicht ganz wie geplant und statt Sauna-Temperaturen hatten wir knappe 20 Grad. Naja, immerhin wärmer als draussen!

Am nächsten Morgen stand nochmals Reiten auf dem Programm. Den ersten Ausritt spürte man zwar noch deutlich in den Beinen, aber dieses Erlebnis wollten wir uns nicht entgehen lassen. Die Pferde brachten uns auf einen Berg hinauf, von wo wir einen wunderschönen Blick über den Song-Kul hatten. Beim Rückweg hatten die Pferde plötzlich deutlich mehr Motivation und wollten fast nur noch traben oder sogar galoppieren. Das ist am Anfang gar nicht so einfach, aber sobald man den Rhythmus raus hat, ist es ein unglaubliches Gefühl! Danach gab es eine ziemlich kalte Abkühlung im Song-Kul-See und wir verbrachten den restlichen Nachmittag gemütlich im Camp.

Nach einer weiteren Nacht in unseren Jurten hiess es langsam Abschied nehmen von der Natur und zurück nach Bishkek. Dort erkundeten wir die Stadt nochmals bei Nacht, fuhren Karussell auf einer kleinen Chilbi und liessen unseren letzten Abend ausklingen.

Wieder einmal eine unvergessliche Reise!

Kirgistan ist ein Land, das touristisch noch ziemlich am Anfang steht. Man merkt, dass vielerorts die Infrastruktur langsam mehr und mehr aufgebaut wird. Genau das macht eine Reise dorthin momentan so besonders. Die endlose Natur, die Pferde, Jurten, Bergseen und die Begegnungen mit den Einheimischen machen Kirgistan zu einem echten Abenteuer.

Definitiv eine Reise wert und sehr zu empfehlen!

Impressionen

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